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Public Transport und die Südostküste bei Sanya

Von Nadao aus nehmen wir einen Bus nach Sanya, da die weitere Westküste nicht viel Interessantes zu bieten hat und mir ein weiterer Tag mit weniger Strecke nach der langen Anreise und dem noch nicht ganz verdauten ersten Tag mit fast einhundert Kilometern Strecke auch noch ganz gut tut.
Wir sind früh am Busterminal, um die Tickets zu kaufen, denn es wird nur zwei Verbindungen für den Tag geben. Es herrscht bereits hektisches Treiben vor den Ticket-Automaten und vor dem einen geöffneten Schalter steht bereits eine längere Warteschlange, so dass es etwa 20 Minuten dauert, um für den 11.00 Uhr-Bus Tickets zu bekommen. Ob wir die Fahrräder mitnehmen können, will man uns jedoch nicht zusagen.
Dann erst einmal frühstücken, das Hotel hatte angeboten, Reisporridge zu kochen, was schnell auch ganz schön satt macht. Zu halbelf sind wir dann wieder am Busterminal. Dort ist hektischer Betrieb an der Zufahrt, Leute werden mit Taxen gebracht oder abgeholt, lokale Busse halten in der Nebenfahrbahn, wo Mofas in beiden Richtungen zirkulieren und außerdem ein Obsthändler seine Ware anbietet. So ist Vorsicht beim Einfahren auf den kleinen Vorplatz angesagt.

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Lokale Busse in Nadao, teilweise mit Elektroantrieb

Für den Ticketkauf musste ich schon meinen Pass vorlegen, dessen Nummer mit meinem Namen dann in das Ticket eingedruckt wurde, jetzt beim Betreten der Wartehalle wird das Ticket mit dem Pass von einem Polizisten verglichen, das Gepäck wird durchleuchtet, doch das Fahrrad darf so wie es ist durch den Metalldetektor. Sicherheit wird offenbar im öffentlichen Personenverkehr ernst genommen, das war mir vorgestern schon beim Bahnhof von Lingao aufgefallen, wo wir zuerst um den Transport der Räder nachfragen wollten. Aber in den Hochgeschwindigkeitszügen, die in Hainan ausschließlich eingesetzt werden, sind Fahrräder nicht zugelassen. Wir mussten sie außerdem weit abseits des Bahnhofsgebäudes parken, die dortige Polizei hatte uns erst gar nicht mit ihnen auf den Vorplatz gelassen.

Die Tür nach draußen zum bereitstehenden Bus öffnet sich erst 10 Minuten vor der geplanten Abfahrt. Es ist ein kleiner Bus mit vielleicht 35 Sitzplätzen, aber wir haben Glück mit den Rädern, da nur wenige der Reisenden ihr Gepäck im Laderaum verstauen. Also Lenker querstellen und mit etwas Geschick bekommen wir die beiden Fahrräder in den Laderaum des Busses geschoben. Sie kosten dann noch jeweils 40 Yuan extra, die von der Busbegleiterin direkt kassiert werden, bei 78 Yuan für das einfache Ticket.

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Eine der vielen Skylines von Sanya

Nadao ist zwar keine Großstadt, aber trotzdem quält sich der Bus im dreispurigen Stau dann nur langsam aus der Stadt heraus. Die Fahrbahn ist uneben und der Fahrer hat eine recht ruppige Art, das Fahrzeug alle paar Meter zum Stehen zu bringen. Schnell wird einigen Leuten schlecht und bald zieht säuerlicher Geruch durch den Innenraum. Das kann ja noch heiter werden, wo die Fahrt doch gerade erst beginnt, denke ich. Eine Zeit lang überlege ich, ob ich auch eine Tüte aus meiner Packtasche herauskrame – für alle Fälle. Aber das schlechte Gefühl vergeht wieder. Die betroffenen Leute werfen später ihre kleinen schwarzen Plastiktüten nach vorne in den Gang des Busses, der irgendwann am Fahrbahnrand anhält, wo die Begleiterin den Müll dann nach draußen befördert.
Überhaupt hält der Bus noch einige Male, nachdem wir schon lange außerhalb der Stadt sind direkt auf der Autobahn. Unter einer Straßenbrücke am Fahrbahnrand, oder an einer Ausfahrt, wo jeweils noch Leute zusteigen. Jedesmal holt die Begleiterin einen Mini-Klappstuhl aus der oberen Ablage hervor, auf den sich die Zugestiegenen dann in der kleinen Freifläche im vorderen Busbereich hinsetzen können. Die Sicherheit ist offenbar doch relativ weit auslegbar.

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Strand mit Blick auf Sanya

Die Fahrt endet nach rund vier Stunden am Rande von Sanya, am Busterminal West. Von dort sind es noch etwa 15 km bis ins Zentrum, für die wir uns in der Nachmittagssonne Zeit lassen. Die Stadt an der Südspitze von Hainan dehnt sich über eine Landzunge in südlicher Richtung aus und und schon von weitem sieht man die lange Skyline während man die Bucht von Sanya gerade erst erreicht. Sandstrand und ein Strandpark ziehen sich über viele Kilometer entlang der Küstenlinie und in etwa 50 bis 200 m Abstand verläuft eine dicht befahrene Straße, an der auch bald die ersten Hotelbauten auf der vom Strand abgewandten Seite stehen. Bald folgt ein Hotel oder Resort dem nächsten, teils etwas von der Straße zurückgesetzt und oft luxuriös gestaltet. Ein wenig fühle ich mich an die Kalakaua Avenue in Waikiki erinnert. An vielen Stellen gibt es kleine Parkplätze am Rand des Beachparks, alle überfüllt, und an den Zufahrten ist hohe Vorsicht geboten, da die Autos dort auch teilweise die Straße verstopfen, denn offenbar wissen sie nicht wirklich, wohin. Uniformierte Wächter sorgen dafür, dass zumindest nicht auf der Straße geparkt wird.

 

Sanya liegt etwa am südlichsten Punkt der Insel und von hier aus fahren wir in den folgenden fünf Tagen entlang der Ostküste zurück nach Haikou. Nicht immer direkt an der Küstenlinie, manchmal sogar recht weit im Landesinnern, wenn die Route, der wir folgen ihren Weg mit möglichst wenig Steigungen durch die teils bergige Landschaft nimmt.

Offenbar wollen viele Leute in Richtung Südosten aus der Stadt heraus und nachdem wir die beiden Brücken über den Sanya River überquert haben, schwimmen wir mit dem dichten Verkehr mit, vorbei an einer Marinebasis entlang der G224, um einen etwa 400 m hohen Berg herum und aus dem dichter besiedelten Bereich heraus.
Bald ist Stau auf dieser Ausfallstraße, der sich vor einem Abzweig in Richtung einer offenbar beliebten Badebucht mit angrenzendem Naturschutzgebiet bildet. Hinter dem Abzweig, der uns nicht weiter interessiert, sind wir dann schon fast allein auf der breit ausgebauten Straße.

In der Bucht von Haitang kommen wir endlich weg von dieser Schnellstraße, die zwar landschaftlich ganz nett eingebettet ist und zwischen zwei bewaldeten Höhenzügen hindurch geführt hat, aber schöner sind doch schmalere Straßen mit weniger Verkehr. Entlang dieser Bucht wird offenbar auch in die Zukunft investiert und fleißig zubetoniert. Straßen und Wege sind schon da, Grünstreifen und Palmenzeilen ebenfalls, die aufwändig bewässert werden, aber die eigentlich Bauflächen liegen noch brach bzw. beginnen sich zu entwickeln – und dies über viele Kilometer. Lediglich im nördlichen Bereich sind neben einem imposanten Hotelturm in angedeuteter Segelform noch weitere Hochhauszeilen in Küstennähe zu sehen.

Landeinwärts liegen Dörfer in der Hitze des frühen Nachmittags. Es sind ca. 28° im Schatten und auf gut Glück suchen wir ein kleines Restaurant im Zentrum eines der Dörfer. Die dort hineinführende Straße scheint neu angelegt worden zu sein, Plakate erzählen davon (so bekomme ich es zumindest übersetzt), dass mit dem Abriss der alten Substanz der Ort doch viel moderner geworden sei. Gegenüber einer Laden-/Restaurantzeile, in deren Schatten wir Reisnudelsuppe mit Gemüse und Erdnüssen bestellen, befinden sich modern gestaltete, zweigeschossige Reihenhäuser, frisch gekalkt und vermutlich erst kürzlich fertiggestellt.

Für einige Kilometer geht es zurück auf die Landstraße, da Flüsse und auch zweimal die Hainan umspannende Autobahn gequert werden müssen, danach geht es schnell wieder ins ländliche, küstennahe Hainan. Der Chili-Anbau war mir ja zuvor schon aufgefallen, bei dem Dörfchen Dapo sind einige Leute auf dem Feld mit der Ernte beschäftigt. Die Pflanzen tragen offenbar sehr unterschiedlich, je nachdem wann die Pflanzen gesetzt worden sind, denn auf anderen Feldern hatte ich die niedrigen Büsche auch noch in Blüte gesehen. Diese hier tragen lange, schmale Früchte, die sich bald in großen Säcken am Straßenrand stapeln.

In Xincun ist es dann Zeit, ein Quartier zu suchen, was nicht gleich bei den ersten Gästehäusern klappt, bei denen wir fragen und die etwas abseits der Hauptstraße liegen. Entweder ausgebucht, oder einfach geschlossen. Xincun ist zwar ein größeres Nest, liegt aber ganz nett der Halbinsel Monkey Island vorgelagert, zu der eine Seilbahn hinüber führt, und ist deshalb hauptsächlich bei Tagesbesuchern beliebt. So ist zwar als wir ankommen, noch recht viel Leben und Lärm in der zentralen Straße des Ortes. Die meisten Händler und Straßenküchen bauen aber ab oder packen ein, bereits mit dem Einsetzen der Dämmerung.

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In Xincun, Seeseite
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Im Nordwesten von Hainan

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Am Rand des Zentrums von Haikou

Dass Hainan vor etwa 25 Jahren eher noch als Entwicklungsgebiet eingestuft wurde, sieht man der chinesischen Provinz heute kaum noch an. Haikou und Sanya sind Großstädte, die genauso boomen wie andere Städte in China auch. Vielleicht ist die Bauaktivität hier sogar noch etwas stärker als in anderen Provinzen, denn Hainan hat nach wie vor den Status einer Sonder-Entwicklungszone und der Staat fördert hier zudem massiv den Ausbau des Tourismus. Die Chinesen haben die Insel längst als ihr tropisches Ferienparadies entdeckt.
Wegen des bevorstehenden Chinesischen Neujahrsfestes sind nun Anfang Februar auch entsprechend viele Urlauber und Heimkehrer aus allen Provinzen des Landes hier. Man merkt es nicht nur am Autoverkehr.

Die küstennahe Ausfallstraße von Haikou aus in Richtung Westen ist zunächst sechs-, später vierspurig angelegt, und der innerhalb der Stadt noch als Nebenfahrbahn parallel geführte Zweirad- bzw. Mehrzweckweg wird dann zu einem eigenen Radweg abseits der Straße. Eigentlich ist dies eine ganz praktische Trennung, die aber nicht konsequent beachtet wird. Sowohl Zweiradfahrer nutzen die Bahn in beiden Richtungen, wie auch gelegentlich Autofahrer, niemanden scheint es zu stören. Stattdessen wird hupend drauf hingewiesen, dass ‚man kommt‘.
Ein Verhalten, an das ich mich gewöhnen muss, genauso wie das Benutzen von Fußgängerüberwegen an großen Straßenkreuzungen. Das Radfahren ist dann auf der eigentlichen Fahrbahn viel entspannter, als auf diesem Mehrzweckweg.



Nachdem wir den Hafen und zwei Marinestützpunkte passiert haben, folgen mehrere Strandabschnitte mit Grünstreifen, die noch am Vormittag im Nebel liegen, da die Luft feucht von See her aufs kühlere Land drückt. Später ist es sonnig und wird mit 28° sehr warm. Ab und zu wird gestoppt, um im Schatten kurz abzukühlen und zu trinken, oder Obst zu essen. Da meine Haut noch nicht an die intensive Sonnenbestrahlung gewöhnt ist, schmiere ich mir zweimal selbige ein.

Unser Tagesziel Lingao erreichen wir erst am späten Nachmittag nach 98 km Fahrt entlang von Badeorten, die noch im Entstehen sind, und durch kleinere Städtchen abseits der Hauptverbindungswege sowie durch einige landwirtschaftlich genutzte Flächen. In den Niederungen sind es neben einzelnen Reisfeldern vor allem Gemüse und vereinzelt Erdbeeren, in höher gelegenen unebenen Flächen sind es Ananaspflanzungen, Bananen und Eukalypthus-Pflanzungen.

Lingao ist eine etwas größere Provinzstadt im Nordwesten Hainans, etwa 12 km von der Küste entfernt gelegen. Im Zentrum eng und pulsierend, wobei aber ganze Straßenzüge erweitert werden, um offenbar Platz für mehr Verkehr zu schaffen, an der Peripherie der Stadt weit und regelmäßig angelegt. Verlässt man die Stadt in Richtung Norden, so fährt man alsbald durch Geisterbezirke, wo frisch angelegte Straßen noch ins Nichts führen und 20-Geschosser entstehen, die von noch niemandem bewohnt werden. Selbst an der Küste wird eine ganze Hochhaussiedlung buchstäblich in den sandigen Boden gesetzt.
An einer Landzunge befindet sich eine kleine Parkanlage in der ein monumentales Denkmal an die Befreiung Hainans von der japanischen Besatzung im 2. Weltkrieg erinnert, unweit einer Fischersiedlung.

Die Nacht zum Chinesischen Neujahrstag wird sehr laut und stickig. Feuerwerk war ja schon den ganzen Tag über immer mal und irgendwo, in der Nähe oder von weiter weg zu hören. Um Mitternacht aber beginnt ein Dauerfeuer in der näheren und weiteren Umgebung. Die Kracher sind hierzulande dann auch viel lauter, als in Deutschland je erlaubt wäre. Schnell zieht der Qualm nicht nur die Straßen entlang, sondern zwischen den hohen Gebäuden auch aufwärts, so dass ich die Balkontür für den Rest der Nacht geschlossen halte. An Schlaf ist vorläufig nicht mehr zu denken, und den Jetlag habe ich noch längst nicht verdaut.

Von Lingao aus fahren wir weiter in südlicher Richtung, zunächst entlang einer der stärker befahrenen Landstraßen, über eine Autobahn hinweg, die einmal um die ganze Insel herum führt und nach etwa 18 Kilometern erst auf eine Nebenstrecke und dann entlang von teils unbefestigten Wirtschaftswegen durch eine etwas hügeliger werdende und teils dicht bewachsene Landschaft. Von einem größeren Staubecken gehen einige wasserführende Kanäle aus, die ein offenbar weit verzweigtes Bewässerungsnetz speisen. Rund um den Ort Nabao befinden sich weitere landwirtschaftliche Flächen, die offenbar auf diese Weise mit Wasser versorgt werden.
Es ist inzwischen Zeit für eine längere Pause, außerdem meldet sich nach rund 40 km Strecke auch der Hunger. Hier in Nabao finden wir dann auch eine kleine Straßenküche, in der wir Brotteig am Spieß und Spinatgemüse frittiert serviert bekommen, mariniert in einer leckeren süßlichen, scharfen Soße. Es ist allerdings auch die einzige Alternative an diesem frühen Nachmittag.
Hier im Ort, wie auch immer wieder entlang der bisherigen Strecke, sind sporadisch Böller und Kracher zu hören. Das Abbrennen von Feuerwerk hat mit der Neujahrsnacht nicht geendet, sondern offenbar erst begonnen und vielerorts werden Böllerketten in großen, rotgelb dekorierten Verpackungen an der Straße verkauft.

Nadao erreichen wir nach 67 Kilometern durch diese abwechslungsreiche aber teils auch hügelige Landschaft, die Nachmittagshitze lässt bereits etwas nach. Der Straßenverkehr ist an diesem Feiertag überschaubar, das Busterminal, an dem wir vorbeikommen, ist geschlossen. Die Stadt ist Sitz der Provinzverwaltung, deren repräsentatives Gebäude am Rande des Stadtzentrums inmitten einer großen, bewachten Parkanlage liegt.
Später, auf der Suche nach einem Restaurant in der Innenstadt, spazieren wir auch an diesem Park vorbei und ein junger Mann spricht mich in sehr gebrochenem Englisch an. Er würde eine internationale Sprachschule betreiben und sucht einen neuen Englischlehrer – fragt mich, ob ich nicht gleich bleiben wolle. Da kann ich ihn dann nur enttäuschen.

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Gut Ding braucht Weile

Der Nachteil einer Weltreise mit dem Fahrrad, die ich aus vielerlei Gründen eben nur in kleinen Etappen machen kann, liegt auf der Hand: zu jeder Etappe muss ich mehr oder weniger aufwändig anreisen und vom jeweiligen Zielpunkt auch irgendwie wieder nach hause zurück kommen. Ich beneide darum jede und jeden, die ich während einer Radreise treffe und die im Gegensatz zu mir mehr oder weniger frei und ungebunden von ihrem jeweiligen Heimatort aus auf die ‚große Fahrt‘ gehen konnten. Ob das nun Leute aus Schweden oder aus Korea sind, die ich in Südostasien getroffen habe, oder junge Leute aus Frankreich die mir in Sambia begegnet sind, oder der einsame Kanadier, mit dem ich einige Kilometer in Malawi geradelt bin und der sich von China aus per Fahrrad auf den Weg in seine Heimat gemacht hatte.

Es sind Individualisten, die für sich jeweils einen Weg gefunden haben, für die lange Dauer ihrer Reise sowohl auf Einkommen verzichten zu können, als auch überhaupt die Zeit dafür erübrigen zu können. Ob dies ideal ist, sei dahingestellt, ich bin jedenfalls ganz zufrieden damit, immer wieder einmal die Möglichkeit zu bekommen, für zumindest einige Wochen ‚auf Fahrt‘ gehen zu können.
Der Preis dafür ist jedoch eine ganze Menge zusätzlichen Stresses in den Wochen und Tagen vor einer geplanten Abreise, da die Vorbereitungen manchmal intensiv werden können und mein Job natürlich normal weiterläuft, bis zum Stichtag – dieses Mal haut mir auch noch die Fluggesellschaft Äste in die Speichen.

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Mit Air China auf dem Weg nach Haikou

Mit einer Flugannullierung, von der ich zufällig beim Prüfen meiner Buchungsdaten vier Tage vor Abreise erfahre, fängt eine Kette von Umbuchungen an, an deren Ende eine etwa 30-stündige spätere Ankunft in Haikou steht. Den eigentlichen Ärger verursacht dabei eine Verspätung des Zubringerflugs nach Frankfurt, wo der eigentliche Flug nach Beijing dann natürlich nicht warten kann. Also strande ich schnell und unerwartet am Frankfurter Flughafen und da für den selben Tag keine sinnvollen Alternativverbindungen zu finden sind, fliege ich erst am nächsten Abend über Shanghai nach Haikou – wegen des Fahrrads will ich unnötiges Umsteigen vermeiden.
Meine Reisepartnerin aus Guangzhou, die ich in Hainan treffen und die für einige Tage mit mir durch Hainan radeln will, wird solange auf mich warten müssen. Dies ist die eigentliche bittere Pille dabei, denn sie kann nicht so ohne Weiteres einen Tag Urlaub dranhängen.

Immerhin kommt mein Fahrrad mit mir wohlbehalten in Haikou an und gleich der Weg vom Flughafen zum ausgewählten Hostel, das nördlich der Altstadt liegt, wird eine lustige Erfahrung mit dem etwas ungeregelten Straßenverkehr in China.

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Altstadt von Haikou