Veröffentlicht in Thailand

Von Krabi hoch zur Golfküste

An den letzten beiden Tage bin ich nun einmal quer durch das ja recht schmale Land gefahren, von Krabi aus hinauf an die Ostküste Thailands. Aus der großen Stadt heraus ging es zunächst zurück an die Nationalroute 4. Die Stadt liegt einige Kilometer abseits dieser Fernverbindung, die letztlich bis hinauf nach Bangkok führt. Nur ein kurzes Stück auf dieser breiten Straße, bis zum Abzweig in Richtung des Wat Tham Sua, einem Buddhistischen Tempel, dessen Gründer hier einst mit einem Tiger in einer Höhle gelebt haben soll – Tiger Cave Temple. Es ist die bisher größte Tempelanlage, die ich bisher gesehen habe.
Anschließend komme ich durch eine der bisher landschaftlich schönsten Gegenden des Landes, bei nur wenig Verkehr auf der schmalen Nebenstraße, die allerdings schon nach etwa 15 Kilometern in eine stärker befahrenen Landstraße mündet. Die bizarren Karstberge ziehen sich wie an einem Band nach Norden und die Straße folgt ihnen zunächst, windet sich an ihnen entlang.

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Hier treffe ich einen Franzosen, der von weitem schon mit wehender Sicherheitsweste zu erkennen ist. Ein älterer Herr, seit einem Jahr Rentner wie er sagt, der seine Zeit nutzt um quer durch Asien zu radeln. Von Bangladesh über Myanmar kommt er nach Thailand, ist hier nicht zum ersten Mal und will jetzt wo er Zeit dafür hat, sich einiges etwas intensiver ansehen. Er hat vermutlich nicht viel Gelegenheit, in dieser Weltregion sich in seiner Muttersprache zu verständigen und so unterhalten wir uns etwa eine Viertelstunde lang, bevor jeder wieder seines Weges fährt.
Von ihm erfahre ich auch, dass es irgendwo im Südosten Thailands einige Tage zuvor eine Bombenexplosion gegeben hat, was vielleicht auch die verstärkte Präsenz bewaffneter Polizei erklärt, die ich weiter im Südwesten zwei Mal bei Straßenkontrollen gesehen hatte.

Die Landschaft wird für einige Kilometer bergiger, wobei vier Anstiege mir ganz schön viel Kraft rauben, da sie mit teilweise bis zu 10% Steigung ziemlich steil sind. Nach 35 km mache ich Mittagspause in dem etwas größeren Städtchen Kao Phanom in einem Restaurant, das von drei Frauen betrieben wird. Sie machen mir Nudeln mit Meeresfrüchten und Gemüse frisch im Wok, dazu Eiskaffee. Eine Kombination, an die ich mich gewöhnen kann.
Dass es in so einem ja doch recht einfachen Restaurant jeweils nur Reis als Basis für ein Gericht gibt, ist inzwischen selten geworden. Meist haben die Köchinnen mehrere Sorten an Nudeln in ihrer Vitrine zu liegen, in der ich als Kunde direkt sehen kann, was gerade im Angebot ist. Dünne Glasnudeln, oder breit ausgewalzte Glasnudeln, oder eingeweichte, gelbliche Suppennudeln z.B.. Reis gibt es eigentlich auch immer, aber eben nicht alternativlos

Nach etwa 50 Kilometern wird die Landschaft wieder flacher, die Karstberge sind nun aus dem Sichtfeld verschwunden. Kautschuk und Ölpalmen stehen im Wechselspiel in größeren Plantagen in einer weiterhin welligen Landschaft. Im Laufe des Nachmittags bewölkt sich der Himmel, ohne dass es zu regnen beginnt. Bis ich am späten Nachmittag in Phrasaeng ankomme, ist der Himmel aber fast wieder durchgängig blau. So gesehen, ein schöner Tag.
Das im Ort verfügbare Motel finde ich wieder nur mithilfe von Anwohnern, da es keine lateinisch geschriebenen Hinweise gibt. Die Zimmer dort sind zwar sehr schlicht, aber das Pontip Motel liegt weit genug abseits der Straße und müde wie ich bin, schlafe ich dort auch ganz gut.

Fürs Frühstück am nächsten Morgen suche ich mir gleich in Phrasaeng ein kleines Restaurant, wo zwar noch kein Betrieb ist, die beiden dort hantierenden Frauen aber schon weit sind, mit ihrer Vorbereitung. Es dauert auch nicht lange, bis ich eine Portion Nudeln mit Gemüse und Meeresfrüchten auf dem Tisch habe. Nur Kaffee können sie nicht bieten, aber den kann ich auch später unterwegs finden.

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Die weiter nach Norden führende Route 4133 wird gleich von Anfang an wellig wie das Gelände selbst. Vorbei sind die Karstberge, es ist eine grüne, ondulierte Landschaft, durch die sich die Straße nun beinahe geradlinig nach Norden zieht, und sie nimmt die Wellen mit, so wie sie kommen. Für mich bedeutet dies ein bergauf und bergab in immer wiederkehrender Folge, das mir relativ schnell übersäuerte Oberschenkelmuskeln bringt. Die Sonne lacht mir von oben ins Genick bei 32° im Schatten und immer noch hoher Luftfeuchte. Schweißgebadet zu sein ist ja inzwischen ein Dauerzustand. In der vergangenen Nacht hatte es sich zwar etwas abgekühlt, doch bei der dann kondensierenden Luftfeuchte ist mal wieder keines meiner unter das Vordach des Motel-Zimmers rausgehängten Kleidungsstücke trocken geworden.


So mache ich öfter kurze Pausen und trinke viel, komme letztlich aber trotzdem mit einem Durchschnittstempo von 17 – 18 km/h voran, denn wo es langsam bergauf geht, da geht es anschließend viel schneller wieder bergab. Ich bewege mich ja ’nur‘ zwischen ca. 20 und 65 Metern über Meeresniveau immer auf und ab. Inzwischen sehe ich immer öfter Buddhistische Klöster oder Tempelanlagen an der Straße, meist  mit einer Mauer eingefriedet.
Eine längere Pause mache ich dann erst nach rund 40 Kilometern, frage gleich nach eisgekühltem Kaffee, da ich den eigentlich immer bekommen habe, wo auch gekocht wurde, doch die Leute grinsen mich nur an.
Das kleine Restaurant an einer Dorfstraßenkreuzung wird von einem freundlichen Ehepaar betrieben und insgesamt sind sie ziemlich überrascht von meinem Besuch. Freuen sich aber über das offenbar seltene Ereignis, lassen mich aussuchen, was ich gerne gekocht haben möchte und der Wok bekommt schnell Arbeit. Ein anderer Gast, der etwas Englisch spricht, horcht mich derweil über meine Reise aus und geht kurz los, um mir eine kleine Dose eines eisgekühlten Kaffee-Mischgetränks zu besorgen. 15 Baht – sagt er und drückt mir außerdem noch eine Tüte mit einem Sandwich und zwei Bananen in die Hand. Das wäre umsonst und ich könnte es ja vielleicht als Proviant gebrauchen.
Später zum Abschied lässt sich die Köchin noch mit mir von ihrer Tochter fotografieren – also nett sind die Leute eigentlich immer.

Am Rand von Surat Thani finde ich am späten Nachmittag dann ein wunderbar ruhig gelegenes, kleines Resort mit Reihenbungalows und angeschlossenem Restaurant, so dass ich nicht noch in die Stadt hinein muss, müde wie ich vom Tag bin, nach dann 88 Kilometern.

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