Veröffentlicht in Thailand

Im ländlichen Süden Thailands

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Mit Thailand habe ich mich recht schnell angefreundet. Nach zwei Tagen in der Provinz Satun, fahre ich nun in der Region Trang weiter in nordwestlicher Richtung. An der Provinzgrenze gab es einen Polizeiposten und die jungen Uniformierten stoppten mich dort kurz. Nicht, um meinen Pass zu kontrollieren, sondern für etwas Smalltalk und um meinen Wasservorrat aufzufüllen. Das fand ich ja richtig nett.
Kurze Zeit später begegnete mir an dem sonnigen Nachmittag ein weiterer Radreisender, ganz ohne Ortlieb-Taschen, stattdessen hatte er Taschen aus khakifarbenem Segeltuch am Rad, auch eine interessante Variante. Er grüßte nur kurz im Vorbeifahren.

Die Landschaft ist hier etwas beeindruckender, als sie es in den Küstenregionen Malaysias gewesen ist. Häufig sind bewaldete Karstfelsen irgendwo in der Ferne, manchmal auch gar nicht so sehr weit weg von der Straße zu sehen, die oft schroff und steil aus der Ebene heraus aufragen. Dann wieder ist die Landschaft auch einfach nur hügelig. Nebenrouten schlängeln sich da irgendwie hindurch, dabei bleibt das Niveau der Straße fast immer flach.
Hauptstraßen gehen eher geradlinig durch das Gelände und nehmen dessen Wellen häufig direkter mit. Besonders heute hatte ich zwischen Thung Yao und Trang doch ziemlich viele kurze Anstiege zu bewältigen. Aber ich wollte Umwege vermeiden, denn es war klar, dass der Tag ziemlich lang werden würde, mit knapp 90 Kilometern Strecke. Die letzten beiden Tage davor aber konnte ich durch viele Dörfer entlang von Nebenrouten fahren, was natürlich viel schöner ist, aber eben auch mehr Strecke bedeutet.

Vom Grenzort Wang Prachan aus führt die schmale Straße erst noch einige Kilometer weiter abwärts und in eine Ebene, in der offenbar auch Reis angebaut wird und kleinere Kautschuk-Pflanzungen stehen. Kautschuk-Bäume sind hier überall und immer wieder zu sehen, manchmal auch auf größeren Flächen. Ölpalmen sind dagegen selten.
Nach nicht ganz 20 Kilometern mündet die Straße bei Khuan Don in eine größere Nordsüd-Verbindungsstraße. Kurz davor gab es schon einmal einen Polizei-Kontrollposten. Zwischen Khuan Don und Chalung ist die Straße dann vierspurig ausgebaut und viele auch größere Geschäfte warten hier auf Kundschaft. Wegen des Sonntags sind allerdings viele davon geschlossen. Bei einem großen Tesco Lotus-Supermarkt sehe ich schon von weitem an dem großen und recht vollen Parkplatz, dass dort nicht geschlossen ist, und dort finde ich auch mehrere Geldautomaten. Schließlich brauche ich noch thailändisches Geld für die nächsten Tage und so ziehe ich, was der Automat mir an Maximalbetrag anbietet. Bei einem Mobilfunkhändler, lasse ich mir dann noch eine SIM-Karte für den mobilen Internetzugang einrichten und schnell sind die ersten 500 Baht auch schon wieder weg.

Am Abend dann die nächsten 500 beim nächsten Quartier, einem kleinen sogenannten Resort in La Ngu, dass aus mehreren kleinen Reihenhäuschen und einzelstehenden Hütten besteht. Der Nachmittagsschauer, den ich unter einem kleinen Pavillon auf einem Schulgelände abwarte, ist rechtzeitig vorüber, um einigermaßen trocken dort anzukommen. Es klappt nicht ganz, denn die Straßen sind nach dem Regen nass und davon bekomme ich noch reichlich ab.
Ich bekomme ein großes Zimmer, spüle noch die am Tag durchgeschwitzten Kleidungsstücke aus, aber über Nacht werden die nicht trocken, genausowenig wie das Rad.

Ich fahre hier durch eine Landschaft, die nun stärker von bewaldeten Karstfelsen geprägt ist. Trotzdem schlängelt sich die Straße beinahe eben durch die Region, ist nur ab und an etwas welliger. Aber es sind nur wenige nennenswerte Anstiege. Lediglich an einer Stelle kurz vor der Provinzgrenze zieht die Straße sich eine Anhöhe hinauf, die mich aus dem Sattel hochkommen und für einige Minuten im Wiegetritt fahren lässt. Endlich setze ich hier einmal um, was ich beim Spinning-Training immer wieder geübt habe. Der Anstieg lässt sich so etwas leichter bewältigen, als wenn ich weiter im Sattel sitzen bleibe.

Es gibt hier in Thailand nicht die gleiche große Zahl an einfachen Restaurants, in denen man in Malaysia fast überall etwas zu essen bekommt. Auch wird das Angebot oft nicht vorgegart und in Form eines kleinen Büffets zur Auswahl gestellt, sondern frisch zubereitet, in einem oder in mehreren Woks.
Etwa 50 – 80 Baht kostet dann eine Portion Reis mit Spiegelei und Wok-Gemüse, oder Suppennudeln mit Gemüse und Meeresfrüchten, dazu Eiskaffee.

Blöd ist es, wenn der Regen so wie heute gerade beginnt, stärker zu werden, während ich noch auf der Suche nach einer Unterkunft bin. Eine Hinweistafel hatte ich vorhin kurz vor dem Ort Si Kao gesehen, aber dann nichts weiter. Der Ort selbst liegt schon etwas abseits der Hauptstraße, das Bohin Farmstay liegt dann auch noch abseits des Ortes und ohne die Hilfe eines freundlichen Einheimischen hätte ich es wohl nie gefunden. Doch nun sitze ich hier weitab des Ortes an einem Flussarm und komme wegen des Regens nicht mehr weg, um noch etwas zu essen.
Aber alles Obst das ich habe, die Ananas von vorgestern, Trockenfrüchte und Keksreste machen ja auch satt. Fehlt halt das Bier, aber das kann es ja morgen wieder geben.

Veröffentlicht in Malaysia, Thailand

Grenzwechsel

Das ist heute der bisher wohl härteste Tag. Keine weite Strecke, aber eine Etappe mit zum Ende hin richtig bergiger Einlage. Dazu bläst mir von Anfang an der Wind immer entgegen, kräftiger als an den Tagen vorher. Ich bin wegen der kurzen Strecke erst spät in Kangar aufgebrochen, habe noch etwas Wasser gekauft und bin über eine Verbindungsstraße aus dem Zentrum heraus zur R5 (später R8) gefahren, die in Richtung Kaki Bukit und zur thailändischen Grenze führt.
Dort, noch in der Stadt, hält mich dann ein junger Mann an, der offenbar kurz vorher mit seinem Auto an mir vorbei gefahren ist, ich hatte nicht darauf geachtet. Er erklärt mir, dass er ebenfalls Rad fahren würde und dass er gerne ein Selfie mit mir machen würde. So werde ich bereits zum zweiten Mal zur Kulisse für (vermutlich) einen Facebook-Auftritt.

Aus Kangar heraus bleibe ich auf der niedergeordneten der beiden Straßen in Richtung Thailändischer Grenze. Sie führt westlich um ein großes Süßwasserreservoir herum und dabei durch nur noch spärlich besiedeltes Gebiet. Die von Kangar aus schon zu sehenden Karstberge , Erstmals sehe ich hier Pflanzungen von Kautschuk-Bäumen. Anders als ich vor einigen Jahren in Malawi Der Übergang den ich nutzen will ist auch nicht rund um die Uhr geöffnet, bis 18.00 Uhr muss ich dort durch sein, aber so lange will ich ja gar nicht brauchen. Die Sonne versteckt sich ab der Mittagszeit hinter Wolken, der Himmel zieht sich vorübergehend zu, doch die Temperatur fällt heute nicht mehr unter 32° C.

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In Kaki Bukit will ich dann endlich noch etwas essen. Der Ort wirkt allerdings genauso ausgestorben wie zuletzt die Landschaft, durch die ich gekommen bin, was aber daran liegt, dass sich das Zentrum nicht direkt an dem Abzweig nach Wang Kelian, dem eigentlichen Grenzort zu Thailand befindet, sondern erst etwa 300 Meter dahinter. Hier ist sogar einigermaßen Betrieb in drei chinesischen Food-Stalls, wobei die Auswahl nicht sehr groß ist. Immerhin kann ich nochmal Wok-Nudeln mit etwas Gemüse essen.
Als ich später zu der Straßenecke wieder zurück fahre, um meinen Weg nach Norden fortzusetzen, biegt gerade ein weiterer Radreisender von dort her kommend in die Richtung ab, aus der ich vorhin gekommen bin. Er nimmt mich nicht wahr, auch nicht mein Klingeln und ich folge ihm bis zum nächsten kurzen Anstieg und habe ihn nach etwa 400 Metern eingeholt. Er scheint es aber eilig zu haben, ein junger Mann vielleicht Anfang 30, in einem Funktions-Shirt, das mich an Australien denken lässt, auf einem wunderbar hellblau gemufften Bamboo-Bike. Woher er kommt, sagt er mir nicht, während wir langsam nebeneinander her radeln, er zieht lediglich die Ohrhörer aus den Ohren und fragt, ob ich die ganze Strecke von Berlin hierher gekommen wäre, denn meine Fahne kann er offenbar zuordnen. Ich erfahre noch, dass ich zur Grenze tatsächlich über den Berg fahren müsse, dann fährt er weiter und ich drehe ab, um meinen Weg wieder aufzunehmen.

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Ja, der Berg. Auf den Karten kann man zwar den kurzen Abschnitt mit Serpentinen erkennen, aber über die Steigung dabei sagen sie nichts aus. Letztlich ist es auch nicht einmal sehr hoch, der Scheitelpunkt lag bei 313 Metern, aber mit eben doch bis zu 12%igen Anstiegen. Das bekomme ich mit meiner Gesamtlast natürlich nicht so einfach hin, wie erhofft. Alle paar hundert Meter mache ich eine Pause, versuche den Puls wieder herunter zu bekommen, und den Wärmestau beim Anhalten loszuwerden, trinke viel. Die Steigung wird dann nach etwa 2 Kilometern schon wieder deutlich einfacher und gemeinerweise geht es bald auch wieder genau so steil bergab, wie es hoch ging. Die letzten etwa 4 km bis zur Grenze sind dann wieder flach.
Es ist ein wirklich kleiner Übergang, den Ausreisestempel aus Malaysia habe ich schnell im Pass. Dann sind es etwa 100 Meter bis zum Abfertigungshäuschen in Thailand, wo ich mich in eine Warteschlange vor dem Immigration-Schalter einreihe. Ach ja, Einreisezettel ausfüllen. Eine junge Dame schaut zunächst noch mal drüber, zeigt mir drei Felder, die ich übersehen hatte, dann stehe ich wieder in der Schlange, die in der Zwischenzeit schon ein gutes Stück kürzer geworden ist. Der Beamte gibt mir dann einen Stempel für 30 Tage Aufenthalt und befestigt einen Abschnitt des Zettels in meinem Pass, nachdem er mich über meine Reiseroute ausgefragt hat. Als Transportmittel hatte ich ehrlicherweise ja „bicycle“ angegeben.

Auf thailändischer Seite der Grenze ist dann Wochenendmarkt, beiderseits der Straße, die sich bald wieder etwas steiler talwärts zieht, über ca. 500m. Am Ende dieser vielen, bunten nahtlos aneinander gereihten Verkaufsbuden warten dann mehrere Reisebusse, die später tief brummend und mit wummernder Musik, die durch die geöffneten Fenster schallt, an mir vorbeifahren. Ich rolle langsam die abschüssige Straße entlang, denn ich will das kleine Gästehaus nicht übersehen, in dem ich heute übernachten will, das Schild soll unscheinbar sein. Nach etwa 4 – 5 Kilometern sehe ich es aber und bekomme ein hübsches Zimmer in einer Doppelhütte und später auch noch etwas zu essen. Gut, dass ich schon von zuhause her Thailändische Baht mitgebracht habe, an der Grenze hatte ich keine Möglichkeit zum Geldtausch gesehen, geschweige denn einen Geldautomaten.

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Veröffentlicht in Malaysia

Durch Kedah und Perlis

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Zentrale Moschee in Kuala Kedah

Der junge Manager des Pawana Jerai Resort nimmt mich am Morgen in seinem Jeep mit zu einem kleinen Restaurant, um mir die lokale Küche zu zeigen. Nichts wirklich Neues für mich, der ich ja nun schon länger als zwei Wochen durchs Land reise, aber er erklärt und zeigt mir immerhin, wie der Koch aus den kleinen Teigklumpen so hauchdünne Brotfladen zaubert, die das hiesige Brot – Roti – ausmachen. Drücken, streichen, immer wieder mit der flachen Hand und etwas Wasser drücken, dann zu einer dünnen Haut ausziehen und überschlagen, auf der metallenen Arbeitsfläche durch leichten Druck ringsum anheften, an zwei Seiten fassen, leicht hochziehen, nochmal überschlagen, falten – fertig ist die luftig dünne Angelegenheit. Jetzt für wenige Minuten auf die heiße Backplatte, vorsichtig ölen, mehrmals wenden und servieren. Am besten schmeckt dazu eine leicht gewürzte Erdnuss-Curry-Sauce. Ersatzweise darf es auch ein Spiegelei sein, das hatte ich in der Vergangenheit mehrmals zum Frühstück.

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So gestärkt radle ich in der Morgensonne weiter in Richtung Norden, der Wind weht mir heute einmal etwas stärker entgegen. Wenig Verkehr ist auf der Straße. Die Luft ist zwar mit 25° nicht wirklich kühl, fühlt sich aber auf dem Rad so an. Es wird aber schnell wärmer. In dem kleinen Örtchen Yan fülle ich meinen Wasservorrat auf und es gibt dort sogar ein Postamt, wo ich die zuletzt geschriebenen paar Karten einwerfen kann. So muss ich später nicht erst lange nach dem nächsten Amt suchen. Erstens sind die Postämter meist unscheinbar und manchmal liegen sie in Seitenstraßen und sind damit für mich im Vorbeirollen praktisch unsichtbar.
Die Landschaft weitet sich wieder und hier im Norden werden die Reisfelder zur Dominanz im Landschaftsbild. Das sieht freundlicher aus als Ölpalmenwälder, ist aber eine nicht minder problematische Art der Monokultur. Schön weit gucken kann man jedenfalls.

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Ich mache früh eine Mittagspause und esse Mandasies, gefüllt mit Kartoffelmus und Erbsen, und zwei Spiegeleier zum Teh Ais (Schwarztee mit Milch und viel Eis). Über die Eiswürfel, die allerorten in den kleinen Restaurants verwendet werden mache ich mir keine Sorgen wegen eventuell mangelnder Hygiene, die werden rund um den Tag frisch mit kleinen Kühltransportern säckeweise angeliefert. Und der gekühlte, durch die dicke Kondensmilch leicht gesüßte Tee schmeckt so gut.

Nach Kuala Kedah komme ich heute auch schon relativ früh, drehe suchend eine Runde unweit des Hafenbereichs, wo viel Fisch verarbeitet und verteilt wird, ohne das kleine Motel-Schild richtig wahrzunehmen. Von dem Hafen hier geht außerdem regelmäßig eine Fähre zur Insel Langkawi. Eine steil aufragende Bogenbrücke führt am Rand der Stadt über den Sungai Kedah und auch in dem anderen Teil des Städtchens finde ich kein Hotel, sehe mir aber das Museum in dem alten Fort „Kota Kedah“ an, dass offenbar einst die Holländer im 17ten Jahrhundert errichtet hatten und das militärisch zuletzt von den Japanern im 2 Weltkrieg genutzt wurde.

Das Motel Cayanah finde ich dann bei einer zweiten Runde durch den Ort (es muss doch hier etwas geben), doch treffe ich dort niemanden an. Alle Türen stehen offen und vor einem der einfachsten Zimmer liegen zwei Paar Badelatschen, aber auf Rufen und Klingeln reagiert niemand.
So gehe ich erst zu einem nahegelegenen Restaurant/Café um mir die Zeit dort mit Schreiben bei einem (diesmal schwarzen) Kaffee zu vertreiben.

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Vorbeigerollt bin ich dort vorhin schon mehrmals, ohne etwas Besonderes zu sehen, diesmal fallen mir sofort die beiden mit Packtaschen beladenen Fahrräder auf. So treffe ich auf Karin und Kim, zwei Schweden, die gerade mit der Fähre angelandet sind und in dem Restaurant eine späte Mittagspause machen. Cool! Wir unterhalten uns viel zu lange für die beiden, die eigentlich heute noch bis dorthin wollen, wo ich hergekommen bin. Sie kommen aus Stockholm und sind in den letzten 10 Monaten durch ganz Asien bis hierher geradelt – sowas beeindruckt mich ja doch.
Wir wünschen uns gegenseitig viel Glück bei den jeweiligen Reiseplänen und ich bekomme im nächsten Anlauf ein Zimmer in dem kleinen Motel, wo ich offenbar zuvor beinahe ein junges Schwulenpärchen gestört hätte. Die beiden sind einfach nur am Grinsen, als sie mir das fensterlose Zimmer vermieten, in dem ich dann auch noch unproblematisch mein Fahrrad unterbringen kann.
Obwohl später, als ich am Abend von einem leckeren chinesischen Essen zurückkomme, auch noch eine malaiische Großfamilie im Nebenzimmer einzieht, die sich noch lange ausgiebig unterhält, schlafe ich in dem komfortlosen Zimmer doch recht gut.

Ergänzung vom 19.01.:

Am nächsten Tag will ich ebenfalls keine weite Strecke fahren. Perlis liegt ganz im Norden der Halbinsel Malaysia und ist dessen kleinstes Bundesland. Nach Nordwesten, Norden und Nordosten hin wird es durch Berge begrenzt, in denen auch die Landesgrenze mit Thailand verläuft.
einer Kleinstadt ungefähr von der Größe wie Muar, mit eigener Universität und mal wieder einem größeren Angebot an Hotels.

Von meiner vorherigen Station Kuala Kedah her sind es bis nach Kangar keine 50 Kilometer Strecke. Kangar ist die Provinzhauptstadt von Perlis, ungefähr von der Größe wie Muar, mit eigener Universität und auch einem größeren Angebot an Hotels.

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Roti-Macher in Kuala Kedah

So kann ich mir mit dem Frühstück in Kuala Kedah wieder etwas mehr Zeit lassen.
Das einzige am Morgen schon offene Restaurant, das Djati, ist entsprechend gut besucht aber kommt mit dem Kaffee nicht hinterher. Gestern abend war dort ringsum sehr viel mehr Betrieb, heute früh fast wie ausgestorben, was an dem heutigen Freitag liegt, der in muslimischen Ländern ja ein heiliger Tag ist. Ähnlich unserem Sonntag. Die Schulen sind geschlossen, die meisten Postämter sind ebenfalls zu, und die Moscheebesucher sind mehr herausgeputzt, als im Alltag.
Besonders junge Männer, die an anderen Tagen zur Schule gehen, tragen heute ihren Freitagsanzug und schwarze, samtene Kopfbedeckung. Zumindest sieht es nach Samt aus. Ältere Semester tragen meist eine hellere Kopfbedeckung.

Deutlich weniger Verkehr ist deswegen aber nicht auf den Straßen, einzig Schulbusse sind außer Betrieb und stehen jetzt irgendwo geparkt.
Durch die Reisfelder fahre ich am späteren Vormittag dann zwar nicht gerade auf dem kürzesten Weg parallel zur Hauptstraße, inzwischen der Route 7, aber so gut wie allein. Lediglich Mofas und Mopeds nutzen diese schmalen Wirtschaftswege auch, die häufig entlang von größeren Wassergräben verlaufen. Ähnlich wie in Holland. Schmale Kanäle zwischen einzelnen Reisfeldern ziehen überstehendes Wasser aus den Feldern, das dann in diesen breiteren Sammelkanälen abgeleitet wird.
Die weißen kleinen Kraniche, die gerne an diesen Kanäle nach Beute Ausschau halten, stürzen sich immer in die Flucht, wenn ich mit dem Rad nur in die Nähe komme. Manchmal scheuche ich aber auch einen Kingfisher auf, leuchtend blau mit spitzem rötlichem Schnabel, und diese Vögel fliegen meist laut schimpfend ein Stück neben mir her, mit deutlichem Abstand natürlich, bevor sie sich auf ein entlang des Wegs geführtes Stromkabel oder etwas ähnliches setzen.
Bei Melaka hatte ich einmal einen solchen Vogel beim Fischen von einem quer über einen Kanal hängenden Baumstamm beobachten können.

Später fahre ich die letzten etwa 12 km auf der Hauptstraße nach Kangar hinein, die in dessen vorgelagerten Bezirken dann auch schon vierspurig ausgebaut ist. Ich hätte hier auch die Möglichkeit gehabt, über das Hafenstädtchen Kuala Perlis und eine Fährverbindung auf die Insel Langkawi überzusetzen, um dann von dort mit weiteren Fährverbindungen nach Thailand weiterzureisen. So wie es die beiden Schweden in umgekehrter Richtung getan hatten. Doch ich entscheide mich für den Landweg nach Thailand.

Kurz vor dem Zentrum von Kangar dann ein Wegweiser in alle vier Himmelsrichtungen. Bis New York sind es 14.758 km Luftlinie, von Singapur 694 km (mit dem Fahrrad habe ich von dort her inzwischen mehr als 1100 km abgespult), und bis Bangkok noch immerhin 815 km. Mal schauen wieviel auf meinem Kilometerzähler noch dazu kommen.

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Am Abend gönne ich mir in einem Pizza-, Pasta-, Burger-Restaurant einmal eine Pizza und bin schnell enttäuscht, weil die vermeintlich dünne Kruste in der Alu-Pfanne, in der mir die Pizza serviert wird, eher einem pappigen Pfannkuchen ähnelt. Schade, aber gut schmecken tut der Teig mit Shrimps, Zwiebeln und dem geschmolzenen Käse trotzdem

 

Veröffentlicht in Malaysia

Von Penang weiter nach Kedah

Am Vormittag drehe ich noch eine Extrarunde durch eines der teureren Wohnviertel von Georgetown. Die Stadt wirkt dort viel ruhiger, gelassener und ist auch viel grüner, als in den zentralen Bezirken. Es gibt leider generell sehr viele Einbahnstraßen in Georgetown und der Weg zur Fähre und zurück aufs Festland verläuft dann fast geradlinig hoch zur Nordküste der Insel und von dort entlang einer Art von Umgehungsstraße, immer der Küstenlinie nach, bis direkt zum Fährterminal. Dort muss ich dann auch gar nicht lange auf eine Fähre warten, gemeinsam mit dem schon brummenden und gerade startenden Schwarm von Mopeds und Motorrollern kann ich direkt aufs Schiff radeln. Man muss für die Rückfahrt aufs Festland nichts bezahlen, deshalb kann es zu Stoßzeiten schon mal länger dauern, bis man ein Schiff erwischt.

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Von Butterworth aus fahre ich dann auf der Route 1 weiter nach Norden, u.a. vorbei an einer Luftwaffenbasis und erstmal etwa 12 km auf dieser nach wie vor stark befahrenen Ausfallstraße, bis sich mit der P215 eine erste Möglichkeit auszuweichen ergibt. Gleich darauf mache ich auch eine Mittagspause in einem schlichten Restaurant und esse für 8 Ringgit Reis mit Gemüse und Ei.

Dass der Reis, den ich hierzulande esse, möglicherweise auch aus dieser Gegend stammt, wird mir anschließend klar, als ich einer schmalen Wirtschaftsstraße folgend durch immer größere Reisanbauflächen komme. Die Pflanzen haben von Feld zu Feld unterschiedliche Reifegrade und teilweise wird auch die Ernte schon eingefahren. Große Flächen erfordern größeres mechanisches Gerät für die Ernte, was bei dem schlammigen Boden auf dem der Reis wächst (immerhin stehen auch noch einige cm Wasser darauf) gar nicht so leicht ist.

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Die Mähdrescher, die hier zum Einsatz kommen, sind deshalb mit einem Raupenantrieb ausgestattet, der auf dem weichen Boden greift und auch nicht versinkt. In der zurück bleibenden Schneise macht sich sofort ein Schwarm weißer Reiher auf der Suche nach aufgeschrecktem Kleingetier. Das scheint sich für die Vögel zu lohnen, so emsig wie sie hinter dem Mähdrescher herfliegen.

Zum Ende des Tages wird die Landschaft auf einmal richtig bergig, die Straße führt entlang der Küste nun ein paarmal steil hoch und runter, nicht mehr als vielleicht 30 – 40 Meter, aber immerhin. Da ich nach mehr als 70 km Strecke und der Nachmittagshitze doch schon ganz schön fertig bin, fluche ich innerlich. Eigentlich wollte ich schon in dem kleinen Universitätsstädtchen Merbok ein Quartier suchen, doch ich finde nichts außer einem Hinweisschild, das mich zwei Kilometer in Richtung Berg schicken würde. Da hinauf will ich dann auch nicht, also fahre ich weiter bis ran an die Küste, ein Stück weit um das Massiv des Gurun Jerai herum, einem einzelnen Berg, der sich hier im Küstenbereich erhebt.
Belohnt werde ich dafür durch den schönen Blick, als der Berg rechts von der Straße wenige hundert Meter zurücktritt und ich die letzten 2 Kilometer wieder flach auslaufen lassen kann und ein klitzekleines Resort am Strand finde, in dem ich eine der drei vorhandenen Hütten für die Nacht haben kann. Irgendwie gemütlich. Der Manager freut sich offensichtlich auch über so seltenen Besuch aus dem fernen Deutschland (wo er während seines Studiums auch schon einige Zeit verbracht hatte) und unterhält sich beim Kaffee ausgiebig mit mir.
Erstmals kann ich hier am Strand am Abend einen Sonnenuntergang genießen,

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